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Veranstaltung

Kunst-Kultur-Tage „schillern“

18 Tage im Mai, 19 Veranstaltungen, 16 Kulturhäuser zwischen Groß St. Florian und Eibiswald - und kein einziger zentraler Festivalort.

Zuletzt aktualisiert: August 2026
Redaktion: Redaktion Weststeiermark

Die fünfte Auflage lief 2026 von 13. bis 31. Mai. Eröffnet wurde am 13. Mai um 18 Uhr auf Schloss Hollenegg, mit einer Führung der Kuratorin Alice Stori-Liechtenstein durch die Designausstellung „Element: Metall“, die schon am 9. Mai begonnen hatte.

Der Name spielt auf den Schilcher an - „schillern“ ist das Wort, aus dem der Wein seinen Namen hat, weil seine Farbe je nach Jahrgang von blassem Rosa bis Zwiebelschalenrot reicht. Mehr dazu unter Wein und Kulinarik.

Die Angaben stammen aus dem Bericht über die 2026er Auflage auf MeinBezirk Deutschlandsberg sowie von der Veranstalterseite schillern.at. Der Termin für 2027 stand im August 2026 noch nicht fest.

Ein Festival ohne Festivalgelände

Kein neues Programm, sondern ein gemeinsames Zeitfenster für das vorhandene.

„schillern“ funktioniert anders als ein klassisches Festival. Es gibt keine eigene Spielstätte, kein zugekauftes Gastspielprogramm und keinen künstlerischen Leiter, der Häuser bespielt. Stattdessen legen die bestehenden Kulturhäuser des Bezirks ihre Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Theaterabende in dieselben drei Maiwochen und treten gemeinsam auf.

Das relativiert auch die Zahlen. Obfrau Isabella Holzmann ordnet sie so ein: Im Bezirk Deutschlandsberg zähle man rund 550 Veranstaltungen jährlich mit etwa 50.000 Besucherinnen und Besuchern. Die 19 Termine im Mai sind daraus ein Ausschnitt, der gemeinsam beworben wird - nicht das Kulturjahr des Bezirks.

Getragen wird das Ganze von der Kulturinitiative „schillern“, einem 2025 gegründeten Verein unter Obfrau Isabella Holzmann, in Zusammenarbeit mit dem Kultur- und Museumsverein Eibiswald.

16 Häuser oder 14?

Der Bericht zur 2026er Auflage nennt beide Zahlen: 16 Kultureinrichtungen seien im Bezirk beteiligt, 14 davon hätten sich zusammengeschlossen, um ihr Angebot zu bündeln. Die Häuser sind namentlich als 16 aufgeführt. Die Differenz ist nicht aufgelöst, und sie wird hier nicht geglättet - wer sich auf eine Zahl verlassen will, nimmt die 16 namentlich genannten.

Die 16 Häuser

Der Veranstalter beschreibt die Spannweite als „von Lannach bis Trahütten, von Groß St. Florian bis Eibiswald“.

Haus Ort
Schloss Hollenegg for DesignHollenegg, Bad Schwanberg
Rondell GalleryBad Schwanberg
Burgmuseum Archeo NoricoBurg Deutschlandsberg
Kulturforum LaßnitzhausDeutschlandsberg
Stadtgalerie DeutschlandsbergDeutschlandsberg
Theaterzentrum DeutschlandsbergDeutschlandsberg
Kulturkreis DeutschlandsbergKlavierfrühling, Deutschlandsberg
Kulturfrische TrahüttenTrahütten, Deutschlandsberg
Jagd- und Landwirtschaftsmuseum Schloss StainzStainz
StainZeit KulturStainz
Kulturzentrum StieglerhausSt. Stefan ob Stainz
Steirisches FeuerwehrmuseumGroß St. Florian
BluegarageFrauental an der Laßnitz
Greith-HausSt. Ulrich im Greith, St. Martin im Sulmtal
Kultur- und Museumsverein EibiswaldLerchhaus, Eibiswald
Kulturinitiative KürbisKürbis Wies, Wies

Auffällig ist die Konzentration: Sechs der 16 Häuser liegen in der Stadtgemeinde Deutschlandsberg, wenn man Trahütten mitzählt - der Ort ist seit der Gemeindestrukturreform 2015 ein Teil davon. Der Rest verteilt sich einzeln über die Gemeinden, meist ein Haus pro Ort.

Zwei der Häuser sind mit eigenen Seiten vertreten, weil sie über „schillern“ hinaus einen eigenen Jahreskalender haben: das Stieglerhaus mit seinem Open-Air-Theater im August und die Kulturinitiative Kürbis in Wies, die 2026 ihr 50-Jahr-Jubiläum feiert.

Wie das Netzwerk entstanden ist

Am Anfang stand nicht die Festivalidee, sondern die Frage, ob die Häuser einander überhaupt kennen.

2017 überlegte Karl Posch von der Kulturinitiative Kürbis in Wies gemeinsam mit Anja Weisi-Michelitsch vom Steirischen Feuerwehrmuseum Groß St. Florian, wie man einander im Bezirk näherkommen könnte. Die Bereitschaft war nach Poschs Darstellung von Anfang an groß; Tourismusverband und Marke Schilcherland sprangen sofort auf.

Aus den ersten Workshops entstand ein gemeinsamer Kunst- und Kulturkalender, 2018 folgten Arbeitsgruppen zum Aufbau des Netzwerks. Die erste größere Aktion war 2019 die „Tour de Kultur“: Die Mitglieder fuhren mit einem Bus sämtliche Kulturstätten des Bezirks ab. Auf dieser Fahrt kam die Idee zum Festival auf. 2020 war das erste Programm fertig - und wurde vom ersten Lockdown gestoppt.

Finanziert wurde die Reihe danach vier Jahre lang über das EU-Regionalmanagement als Leader-Projekt. Als diese Absicherung auslief, stand 2026 zunächst in Frage; Posch sagt dazu offen, man habe nicht gewusst, ob das Festival überhaupt starten könne. Die Lösung war der 2025 gegründete Verein: Über ihn steht nun eine Landesförderung von 6.000 Euro zur Verfügung. Die einzelnen Projekte tragen und finanzieren die Häuser weiterhin selbst.

Mehr als ein Festivalveranstalter

Der Verein versteht sich als Lern- und Entwicklungsplattform: Weil viele der beteiligten Kulturvereine ehrenamtlich arbeiten, bietet er Schulungen in Social Media, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Recht, Vereinsführung, Technik und Nachhaltigkeit an. Die Zukunftspläne - gemeinsamer Werbeauftritt und Fortbildungen - zielen ausdrücklich auf alle 16 Einrichtungen, nicht nur auf die 14 Festivalteilnehmer.

Im Vorstand sitzen Obfrau Isabella Holzmann, Stellvertreterin Anja Weisi-Michelitsch, Kassier Karl Posch mit Stellvertreter Andreas Bernhard sowie die Schriftführerinnen Nina Ortner und Maria Brunner. Sie arbeiten ehrenamtlich.

Was 2026 zu sehen war

Vom Metall-Design auf Schloss Hollenegg bis zur Pop Art im Feuerwehrmuseum.

Den Schwerpunkt der Eröffnung bildete „Element: Metall“ auf Schloss Hollenegg, eine Designausstellung, die vom 9. Mai an mit Workshops und Führungen lief. Das Schloss betreibt unter dem Namen „Schloss Hollenegg for Design“ ein Residenzprogramm für Gestalter, was es unter den Häusern des Bezirks zum ungewöhnlichsten macht.

Weiter im Programm standen die Ausstellung „Hand macht Werk“ im Eibiswalder Lerchhaus, die bis 17. Mai lief, „Blühende Felder“ auf Schloss Stainz, „STELL:WERK“ in der Stadtgalerie Deutschlandsberg und „PINK:HILL - Wine & Culture“ in Trahütten, ein Improdinner mit Weinbegleitung. Am 23. Mai eröffnete im Feuerwehrmuseum Groß St. Florian „Pop Art - Kunst der Massenkultur“, am selben Tag spielte Paul Gulda den Abschluss des Klavierfrühlings. Die Kulturinitiative Kürbis steuerte die Textcollage „Wo die Kanonen blüh’n“ bei.

Wer aus dem Programm ein Wochenende bauen will, stößt auf dasselbe Problem wie beim Schilcherfrühling: Die Orte liegen weit auseinander, und zwei Termine am selben Abend schließen einander aus. Das Programm ist eher als Auswahlliste gedacht denn als Rundgang.

Anreise und Planung

Wer mit der Bahn oder dem Bus anreist, bekommt bei den Veranstaltungen ein kleines Dankeschön - der Veranstalter belohnt die Anreise mit der GKB und mit öffentlichen Verkehrsmitteln ausdrücklich.

Mit der Bahn: Die S6 erreicht mehrere der Standorte direkt. Groß St. Florian und Frauental-Bad Gams liegen an der Strecke, Deutschlandsberg Stadt nach 36 Minuten ab Graz Hauptbahnhof, Bad Schwanberg nach 46 Minuten - Hollenegg ist der Halt davor -, Eibiswald über die Endstation Wies-Eibiswald nach 63 Minuten. Fahrzeiten und die Unterschiede zwischen S6 und S61 stehen unter Anreise.

Nicht an der Bahn liegen Stainz, St. Stefan ob Stainz, Trahütten und St. Ulrich im Greith. Dorthin führt der Weg über Regionalbusse oder mit dem Auto - bei Abendterminen die realistischere Wahl.

Übernachten: Der Mai ist in der Region keine ausgebuchte Zeit; die Übersicht unter Unterkünfte führt Betriebe in fast allen beteiligten Gemeinden. Wer den Aufenthalt verlängert, trifft mit dem letzten Maiwochenende zugleich auf den Schilcherfrühling in Eibiswald, Wies und Pölfing-Brunn.

Weiter im Kulturkalender

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