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Ausflugsziele

Burg Deutschlandsberg

Erstmals 1153 erwähnt, ab 1850 Ruine, seit 1932 der Stadt: Heute stehen in der Burg acht Ausstellungen, 21 Hotelzimmer und eine Küche mit zwei Hauben.

Zuletzt aktualisiert: August 2026
Redaktion: Redaktion Weststeiermark

Über 200 bronzene Opfergaben, mehr als 3.300 Jahre alt, liegen in einem Gebäude, das selbst erst 1153 zum ersten Mal in einer Urkunde auftaucht. Der Felssporn über Deutschlandsberg war lange vor der Burg besiedelt, nämlich seit der Jungsteinzeit, und das Museum in ihren Mauern erzählt genau diese längere Geschichte.

Die Burg ist damit das Gegenteil eines konservierten Denkmals. Sie war Verwaltungssitz, dann Ruine, dann Gemeindeeigentum, und heute beherbergt sie drei Betriebe gleichzeitig: ein Museum, ein Hotel und ein Restaurant mit zwei Gault-Millau-Hauben. Wer nur eines davon besucht, hat die Anlage nur zu einem Drittel gesehen.

Praktisch wichtig ist die Adresse: Museum und Hotel haben zwei verschiedene Hausnummern am selben Burgplatz und unterschiedliche Öffnungszeiten. Wer beides an einem Tag will, muss die Termine aufeinander abstimmen.

Von Salzburg zur Stadtgemeinde

Die Burg gehörte länger nach Salzburg als zur Steiermark, und sie war ein Verwaltungsgebäude, bevor sie ein Denkmal wurde.

Der Felssporn, auf dem sie steht, ist seit der Jungsteinzeit besiedelt. Das Gebiet gehörte ab 970 zum Erzbistum Salzburg. Der erste Burgherr, auch als Graf zu Lonsperg bekannt, wird 1153 erstmals urkundlich erwähnt und regierte die Feste bis 1263.

In den folgenden Jahrhunderten war die Burg der zentrale Verwaltungssitz für die umfangreichen Salzburger Besitzungen in der Weststeiermark, und das bis ins frühe 19. Jahrhundert. Ausgebaut wurde sie in mehreren Wellen: in der Romanik, in der Gotik und in der Renaissance. Der gotische Wohnturm steht bis heute und beherbergt einen Teil des Museums.

Ab 1850 verfiel die Anlage nach und nach zur Ruine. 1932 ging sie in den Besitz der Stadtgemeinde Deutschlandsberg über, die sie restaurieren ließ und zum Kulturzentrum entwickelte. Diese Konstellation, Gemeindeeigentum mit mehreren Nutzungen, ist der Grund, warum die Burg heute nicht als stilles Denkmal dasteht, sondern durchgehend bespielt wird.

Archeo Norico: acht Ausstellungen

Über 5.000 Exponate in acht Dauerausstellungen, untergebracht im gotischen Wohnturm und den angrenzenden Gebäuden.

Weihegaben an die Götter

Das Herzstück der Sammlung: über 200 bronzene Opfergaben aus vorkeltischer Zeit, mehr als 3.300 Jahre alt. Sie stammen aus der Region und machen die Ausstellung zu einer der bedeutendsten ihrer Art in der Steiermark.

Kelten, Römer, Byzanz

Eine umfangreiche Keltenausstellung bildet den Schwerpunkt, ergänzt um römische und byzantinische Objekte. Ein eigener Bereich zeigt antiken Schmuck aus Edelmetallen. Die Sammlung ist chronologisch aufgebaut und beginnt in der Jungsteinzeit.

Steirisches Glas

Seit 2009 zeigt eine eigene Schau die 3.000-jährige Tradition der Glasherstellung in der Region. Sie verbindet die archäologischen Funde mit einem Handwerk, das in der Weststeiermark bis in die Neuzeit betrieben wurde.

Folterkammer im Burgverlies

Im historischen Verlies steht eine funktionsfähige Folterkammer. Dazu kommen historische Waffen und wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst regionaler Künstlerinnen und Künstler.

Der Name Archeo Norico verweist auf Noricum, das keltische Königreich und spätere römische Provinzgebiet, zu dem die Region gehörte. Das Museum versteht sich als Schatzkammer der Südweststeiermark und ist Teil der ArchaeoRegion Südweststeiermark. Informationen und aktuelle Sonderausstellungen auf archeonorico.at.

Öffnungszeiten und Besuch

  Burgmuseum Archeo Norico Restaurant und Burghotel
Adresse Burgplatz 2, 8530 Deutschlandsberg Burgplatz 1, 8530 Deutschlandsberg
Telefon +43 3462 5602 +43 3462 5656-0
Saison 1. April bis 31. Oktober ganzjährig, Schließtage laut Aushang
Tage Mittwoch bis Sonntag und feiertags Mittwoch bis Samstag, Restaurant
Zeiten 10 bis 18 Uhr, letzter Einlass 16.30 Uhr 12 bis 14.30 und 18 bis 21.30 Uhr
Gruppen Führungen ab 10 Personen mit Voranmeldung Tischreservierung empfohlen

Die Terminfalle

Am Sonntag hat das Museum offen, das Restaurant nicht. Am Montag und Dienstag ist beides geschlossen. Wer Museum und Haubenküche verbinden will, kommt an einem Mittwoch, Donnerstag, Freitag oder Samstag zwischen April und Oktober. Das Museum schließt zudem den Einlass bereits um 16.30 Uhr, also lange vor dem Abendservice.

Zu den Eintrittspreisen des Museums liegen unterschiedliche Angaben vor, verlässlich sind sie direkt beim Museum zu erfragen. Auch die genauen Saisondaten verschieben sich von Jahr zu Jahr um einige Tage, ein Blick auf die Museumswebsite vor der Anfahrt lohnt sich.

Burghotel und Restaurant

In der Burg lässt sich nicht nur essen, sondern auch schlafen. 21 Zimmer stehen zur Verfügung, darunter eine dreigeschoßige Turmsuite.

Das Restaurant führt Küchenchef Karl Christian Kollmann, ausgezeichnet mit zwei Hauben im Gault Millau und zwei Sternen im À-la-carte-Guide. Die Küche verbindet österreichische mit internationaler Tradition. Serviert wird in drei Bereichen: dem Biedermeierstüberl mit 20 Plätzen, dem Wappensaal mit 100 Plätzen und auf der Terrasse mit Blick über die Stadt.

Damit ist die Burg auch als Veranstaltungsort nutzbar, für Feiern ebenso wie für Seminare. Die Kombination aus historischem Gemäuer und Küche auf diesem Niveau ist im Bezirk einmalig. Weitere Adressen unter Restaurants und Wirtshäuser.

Ein eigener Aussichtsturm gehört zur Anlage. Von dort reicht der Blick über das weststeirische Hügelland, bei klarer Sicht bis nach Slowenien. Er erklärt zugleich die Lage der Burg: Wer hier stand, kontrollierte den Zugang ins Laßnitztal.

Was rundherum liegt

Die Burg lässt sich gut mit einem Spaziergang oder einer Einkehr verbinden.

Die Klause

Direkt unterhalb liegt die Klause, eine Schluchtstrecke, die 1814 angelegt wurde und heute als Naturdenkmal geschützt ist. Ein Rundgang durch den Schluchtwald dauert etwa eine Stunde.

Jakobiweg am Osthang

Am östlichen Hang unterhalb der Burg verläuft der Jakobiweg. Er lässt sich als Aufstieg zur Burg nutzen, statt mit dem Auto direkt hinaufzufahren.

Buschenschänken am Schlossweg

Rund um den Schlossweg liegt die höchste Dichte an Buschenschänken der Stadt, darunter zwei ausgezeichnete Betriebe. Öffnungstage unter Buschenschänken.

Radrouten ab der Burg

Die Schilcher Tour Süd startet am Jugend- und Familiengästehaus unterhalb der Burg. 40,1 Kilometer, 429 Höhenmeter, siehe Radfahren.

Auf der Weinstraße

Deutschlandsberg ist die fünfte Etappe der Schilcherweinstraße, die Burg der markanteste Aussichtspunkt daran. Verlauf unter Schilcherweinstraße.

Die Stadt selbst

Deutschlandsberg ist Bezirkshauptstadt und der praktischste Standort für mehrere Tage in der Region. Alles zur Gemeinde unter Deutschlandsberg.