Das Schilcherland
Wein & Kulinarik - Das Schilcherland genießen
Was „Schilcher“ rechtlich bedeutet, warum das nicht dasselbe ist wie Weststeiermark DAC - und was die amtliche Produktspezifikation über Böden, Sorten und Erträge festlegt.
Inhalt
Der Schilcher - was der Name schützt
Der Schilcher ist keine Stilrichtung, sondern eine geschützte Bezeichnung mit einer Definition, die auf eine einzige Rebsorte festgelegt ist. Rosé aus dem Blauen Wildbacher, geerntet in der Steiermark und dort auch hergestellt - alles andere darf nicht so heißen.
Nachzulesen ist das in der österreichischen Weinbezeichnungsverordnung, zitiert in der amtlichen Produktspezifikation zum Weststeiermark DAC: Die Bezeichnung darf für Landwein rosé oder Qualitätswein rosé verwendet werden, der ausschließlich aus Trauben des Blauen Wildbachers aus der Weinbauregion Steirerland oder dem Weinbaugebiet Steiermark bereitet und in der Steiermark hergestellt wurde. Zulässig sind auch die Wortverbindungen Schilchersturm, Schilchersekt, Schilcherperlwein, Schilcherglühwein und Schilcherfrizzante - ein Hinweis darauf, wie breit die Sorte tatsächlich verarbeitet wird.
Der Name beschreibt das Farbenspiel: Je nach Ausbau und Jahrgang reicht der Ton von blassem Rosa bis zu kräftigem Zwiebelschalenrosa. Die Produktspezifikation charakterisiert die Weine des Gebiets als fruchtig und würzig-mineralisch, die Österreich Wein Marketing nennt beim Blauen Wildbacher eine rassige Säure und ein markantes Geruchs- und Geschmacksbild. Genau diese Säure macht ihn zum Begleiter der deftigen Jause - und für manche beim ersten Glas zur Herausforderung.
Das Gebiet ist klein. Nach Angaben der Österreich Wein Marketing sind in der Weststeiermark nur rund 660 Hektar mit Reben bepflanzt. Laut Produktspezifikation wird darauf zu etwa 80 Prozent ausschließlich Blauer Wildbacher produziert. Die Sorte selbst steht österreichweit auf 520,10 Hektar und macht damit 1,2 Prozent der gesamten Rebfläche aus - die Menge ist überschaubar, und das ist der Grund, warum Schilcher außerhalb Österreichs selten im Regal steht.
Schilcher und Weststeiermark DAC sind nicht dasselbe
Die Herkunftsregeln werden oft verkürzt wiedergegeben, und der Unterschied ist handfest. Der Name Schilcher hängt an der Rebsorte und am Weinbaugebiet Steiermark - ein Wildbacher-Rosé aus der Süd- oder Oststeiermark darf ebenso Schilcher heißen. An die Weststeiermark gebunden ist dagegen die 2018 eingeführte Ursprungsbezeichnung Weststeiermark DAC. In der Praxis fällt das kaum ins Gewicht, weil der weit überwiegende Teil des Blauen Wildbachers ohnehin hier steht. Wer aber auf dem Etikett nach der Herkunft sucht, findet sie im Kürzel DAC, nicht im Wort Schilcher.
Beim Gebietswein hat die Spezifikation eine eigene Regel: Trägt ein Weststeiermark DAC die traditionelle Bezeichnung Schilcher, muss sie als Schilcher Klassik angegeben werden. Für vier Weinbaugemeinden sind zusätzlich Leitsorten festgelegt, und in allen vieren sind es dieselben zwei - Blauer Wildbacher als Schilcher ausgebaut und Sauvignon blanc: Ligist, Stainz, Deutschlandsberg und Eibiswald.
Die Rebsorte Blauer Wildbacher
Die Produktspezifikation nennt den Blauen Wildbacher eine „urwüchsige, alte Rebsorte, die in der Steiermark beheimatet ist“. Die Weststeiermark ist ihre Heimat, und außerhalb Österreichs spielt sie praktisch keine Rolle.
Zur Abstammung gibt es eine belegte Antwort, die schlichter ausfällt als die Legenden: Die Sortenbeschreibung der Österreich Wein Marketing führt den Blauen Wildbacher als natürlichen Sämling der Sorte Heunisch und damit als nahen Verwandten des Blaufränkisch. Heunisch ist eine der wichtigsten Elternsorten des mitteleuropäischen Rebsortiments - der Blaue Wildbacher ist also weniger Einzelgänger als vielmehr ein regionaler Ast eines großen Stammbaums.
Botanisch beschreibt dieselbe Quelle die Traube als kleintraubig, dichtbeerig, kegelförmig und geschultert, mit rundlichen blauschwarzen Beeren. Die Reife wird als sehr früh eingestuft. Die dunkle Schale ist der Schlüssel zur Vinifikation: Beim Schilcher bleibt der Most nur kurz auf der Maische, gerade lang genug, dass Farbpigmente in den Wein übergehen und die Roséfärbung entsteht.
Im Glas kennzeichnen laut Österreich Wein Marketing eine rassige Säure und ein markantes Geruchs- und Geschmacksbild den fruchtig-frischen, robusten Wein; auf bestimmten Böden kommt ein grasig-würziges Bukett dazu. Die Sorte ist damit das Gegenteil eines gefälligen Allerweltsroséweines - was ihr lange geschadet hat und heute ihr stärkstes Argument ist.
Weinbau und Terroir
Zwei Angaben aus der amtlichen Produktspezifikation beschreiben das Gebiet genauer als jede Landschaftsprosa: Im Weinbaugebiet Weststeiermark herrschen Gneis- und Schieferurgesteinsböden vor, und klimatisch macht sich das illyrische Klima mit seinen relativ hohen Niederschlägen bemerkbar.
Beides steht im Gegensatz zu dem, was man aus der Südsteiermark kennt. Dort prägt der Opok die Weine, ein kalkhaltiger Mergel - in der Weststeiermark ist er nicht der Boden der Wahl. Und illyrisch heißt eben nicht pannonisch: nicht warm und trocken, sondern feucht. Die Spezifikation leitet daraus direkt die Weinstilistik ab: Auf den Gneis- und Schieferurgesteinsböden wachsen die Trauben, „speziell Schilcher, zu frischen und fruchtigen Weinen heran“.
Erzogen werden die Reben laut Spezifikation „praktisch ausschließlich in Hochkultur am Drahtrahmen“. Und es gibt eine harte Mengengrenze: Seit dem Erntejahr 2020 liegt die Hektarhöchstmenge bei 10.000 Kilogramm Weintrauben oder 7.500 Litern Wein je Hektar. Wer mehr erntet, darf den Wein nicht als Weststeiermark DAC vermarkten.
Die Betriebsstruktur ist Teil der Herkunftsbeschreibung, nicht nur Folklore. Die Spezifikation nennt familienbetrieblich organisierte Winzer, die überwiegend Trauben aus eigener Produktion verarbeiten und vielfach ab Hof direkt vermarkten, und stellt ausdrücklich einen starken Zusammenhang zwischen dem ausgeprägten Tourismus und der Weinwirtschaft her. Genau deshalb sind Buschenschank und Weinbau hier nicht zu trennen: Der Ausschank ist der Vertriebsweg.
Die neun zugelassenen Rebsorten
Für die Ursprungsbezeichnung Weststeiermark sind neun Rebsorten zugelassen, dazu Verschnitte daraus. Der Blaue Wildbacher steht auf rund 80 Prozent der Fläche - die anderen acht teilen sich den Rest.
Die Liste in der Produktspezifikation lautet: Blauer Wildbacher (ausgebaut als Schilcher), Welschriesling, Weißburgunder, Morillon, Grauburgunder, Riesling, Gelber Muskateller, Sauvignon blanc und Traminer. Wer eine dieser Sorten auf einem Weststeiermark-DAC-Etikett liest, hat also keine Ausnahme in der Hand, sondern eine ausdrücklich vorgesehene Variante.
Praktisch hervorgehoben wird davon eine einzige: Sauvignon blanc. Er ist in allen vier Weinbaugemeinden mit Ortswein-Regelung als Leitsorte festgelegt, gleichrangig neben dem Schilcher. In Ligist, Stainz, Deutschlandsberg und Eibiswald darf ein Ortswein also entweder Schilcher oder Sauvignon blanc sein - keine andere Sorte.
Morillon ist dabei die steirische Bezeichnung für Chardonnay, und Grauburgunder, Riesling und Traminer runden das Spektrum nach oben ab. Rotwein spielt in der Ursprungsbezeichnung keine Rolle: Der Blaue Wildbacher ist zwar eine rote Sorte, wird hier aber als Rosé ausgebaut, und andere rote Sorten sind für das DAC gar nicht vorgesehen.
Die Schilcherweinstraße
Eine der berühmtesten Weinstraßen Österreichs führt auf rund 70 Kilometern durch das Herz der Weststeiermark.
Die Schilcherweinstraße erstreckt sich von Ligist im Norden bis nach Eibiswald im Süden und zählt zu den traditionsreichsten Weinstraßen Österreichs. Sie schlängelt sich durch sanfte Hügellandschaften, vorbei an unzähligen Weingärten, durch verschlafene Dörfer und über aussichtsreiche Höhenrücken. An jeder Kurve eröffnen sich neue Panoramen - ein Wechselspiel aus grünen Rebzeilen, bewaldeten Kuppen und fernen Bergketten.
Die Route passiert alle bedeutenden Weinorte der Region: Stainz mit seinem imposanten Schloss, Deutschlandsberg mit der mittelalterlichen Burg, Schwanberg am Zusammenfluss der Sulm, Wies im Herzen des Sulmtals und schließlich Eibiswald nahe der slowenischen Grenze. Entlang der Strecke laden Dutzende Buschenschänken zur Einkehr ein. Hinweisschilder mit der charakteristischen Traubenform markieren die Route und weisen den Weg zu den nächsten Verkostungsmöglichkeiten.
Die beste Zeit, die Schilcherweinstraße zu bereisen, ist von Mai bis Oktober. Im Frühling blühen die Obstbäume, und die Reben treiben frisches Grün aus. Der Sommer lockt mit langen, warmen Tagen und lauen Abenden auf den Buschenschank-Terrassen. Am schönsten ist jedoch der Herbst: Wenn sich die Rebblätter golden und rot färben, die Traubenlese beginnt und der Duft frischen Mostes in der Luft liegt, zeigt sich die Weststeiermark von ihrer magischsten Seite.
Verlauf, Etappen, Aussichtswarten und Fahrzeiten im Detail stehen unter Die Schilcherweinstraße.
Die Weinstraße lässt sich mit dem Auto, dem Fahrrad oder auch zu Fuß erkunden. Für Radfahrer gibt es gut ausgeschilderte Routen, die teilweise parallel zur Straße verlaufen. Wer es sportlicher mag, kombiniert die Weinstraße mit dem Schilcherweinwanderweg und erlebt die Landschaft aus nächster Nähe. Besonders reizvoll sind geführte Touren mit Weinverkostung, die von mehreren lokalen Anbietern organisiert werden.
Buschenschänken - Die Seele der Weinkultur
Die Buschenschank ist keine gewöhnliche Gaststätte - sie ist eine jahrhundertealte Institution, die das Wesen der weststeirischen Weinkultur auf den Punkt bringt. Wer die Weststeiermark wirklich verstehen will, muss mindestens einen Abend in einer Buschenschank verbracht haben.
Das Wort leitet sich vom „Buschen“ ab - einem Strauß aus Tannen- oder Fichtenreisig an Tür oder Mast, der anzeigt, dass ausgeschenkt wird. Die rechtliche Grundlage ist präzise datierbar: die Zirkularverordnung Kaiser Josephs II. vom 17. August 1784, die jedem das Recht einräumte, selbst erzeugte Lebensmittel, Wein und Obstmost ohne eigene Lizenz auszuschenken - zu jeder Zeit des Jahres und zu selbst gewähltem Preis. Auf dieses Privileg stützen sich in der Steiermark bis heute rund 800 Buschenschänken.
Serviert werden ausschließlich Weine aus dem eigenen Betrieb; das ist gesetzlich vorgeschrieben, ebenso die Beschränkung auf kalte Speisen. Wer warme Küche anbieten will, braucht ein Buschenschank-Buffet mit Gewerbeanmeldung und ist damit rechtlich kein reiner Buschenschank mehr. Bier, Kaffee und Tee sind ebenfalls nicht zulässig.
Die Öffnungszeiten sind der schwierigste Teil der Planung. Sie unterscheiden sich nicht nur von Betrieb zu Betrieb, sondern auch im Lauf des Jahres: Mehrere Häuser der Region machen im Juli und August Sommerpause, viele sperren im Winter ganz zu, und einige öffnen nur nach telefonischer Voranmeldung. Eine verlässliche Rotation, bei der immer irgendwo offen wäre, gibt es nicht - ein Anruf vor der Anfahrt bleibt die sicherste Auskunft.
Praktischer Hinweis
In vielen Buschenschänken wird Barzahlung bevorzugt oder ist die einzige Zahlungsmöglichkeit. Nehmen Sie daher ausreichend Bargeld mit. Die Preise sind in der Regel äußerst fair: Ein Viertel Schilcher kostet zwischen 2,50 und 4 Euro, eine Brettljause für zwei Personen liegt bei 15 bis 25 Euro.
Welche Betriebe wann aufsperren, welche das Prädikat „Ausgezeichneter Buschenschank“ tragen und was rechtlich serviert werden darf, steht ausführlich unter Buschenschänken in der Weststeiermark.
Die Buschenschank ist weit mehr als ein Ort zum Essen und Trinken. Sie ist ein sozialer Treffpunkt, an dem Geschichten erzählt werden, an dem Nachbarn sich treffen und an dem Fremde schnell zu Bekannten werden. Wer an einem warmen Sommerabend mit einem Glas Schilcher auf der Terrasse einer Buschenschank sitzt, den Blick über die Weinberge schweifen lässt und dem Zirpen der Grillen lauscht, erlebt die Weststeiermark in ihrer reinsten Form.
Steirische Küche
Von der Brettljause über das Kürbiskernöl bis zum Topfenstrudel - die kulinarische Vielfalt der Weststeiermark ist legendär.
Die Brettljause - Mittelpunkt jeder Einkehr
Die Brettljause ist das kulinarische Herzstück jeder Buschenschank und so etwas wie die Nationalspeise der Weststeiermark. Auf einem großen Holzbrett werden verschiedene kalte Köstlichkeiten arrangiert: Verhackertes (ein würziger Aufstrich aus fein gehacktem Speck), Schweinsbraten, verschiedene Wurstsorten wie Hauswürstel und Blunzn, dünn aufgeschnittenes Geselchtes, Kren (Meerrettich), Käferbohnensalat, Liptauer und frisch aufgebackenes Bauernbrot.
Jede Buschenschank hat ihre eigene Interpretation der Brettljause. In manchen Betrieben dominiert das Schweinefleisch, andere setzen auf eine größere Käseauswahl oder überraschen mit hausgemachten Aufstrichen nach geheimen Familienrezepten. Die Qualität der Zutaten ist in der Regel hervorragend, denn viele Buschenschank-Betriebe halten eigene Schweine, beziehen Fleisch von lokalen Metzgern und verarbeiten alles selbst.
Kürbiskernöl - Das grüne Gold der Steiermark
Kein anderes Produkt ist so untrennbar mit der Steiermark verbunden wie das steirische Kürbiskernöl. Aus den Kernen des Ölkürbisses gepresst, besticht es durch seine tief dunkelgrüne Farbe, die im Gegenlicht rubinrot schimmert. Der Geschmack ist intensiv nussig, leicht süßlich und von einer bemerkenswerten aromatischen Tiefe. Seit 1996 ist das Steirische Kürbiskernöl als geschützte geografische Angabe eingetragen, gestützt auf die EU-Verordnung 1263/96. Gepresst werden darf es nur in der Steiermark und in festgelegten Bezirken des südlichen Burgenlands.
In der Weststeiermark wird Kürbiskernöl großzügig verwendet: über Salaten, Suppen, Eierspeisen, Vanilleeis und sogar in der Bäckerei. Der steirische Salat - grüner Blattsalat mit Kernöl, Apfelessig, Salz und etwas Wasser angemacht - ist die wohl einfachste und zugleich perfekteste Art, dieses Produkt zu genießen. In Kombination mit einer Brettljause und einem Glas Schilcher entsteht ein Dreiklang, der die Essenz der weststeirischen Küche ausmacht.
Süße Verführungen und saisonale Höhepunkte
Die steirische Mehlspeisenküche bietet eine Fülle an süßen Köstlichkeiten. Der Topfenstrudel, gefüllt mit zartem Topfen (Quark), Rosinen und einem Hauch Zitrone, ist ein Klassiker, der in vielen Gasthöfen als Nachspeise oder Hauptgericht serviert wird. Der Kaiserschmarrn wird in der Weststeiermark gerne mit einer fruchtigen Schilchersauce gereicht - eine Spezialität, die man anderswo vergeblich sucht.
Im Herbst, wenn die Kürbissaison beginnt, verwandeln sich die Speisekarten: Kürbiscremesuppe, Kürbisrisotto, gebackene Kürbisspalten und Kürbiskuchen dominieren die Angebote. Um den Martinstag am 11. November steht die traditionelle Martinigans auf dem Programm - knusprig gebraten, mit Rotkraut und Kastanien serviert, begleitet von einem kräftigen Schilcher des aktuellen Jahrgangs.
Weitere regionale Delikatessen sind der steirische Backhendlsalat, Sterz (ein einfaches Gericht aus Maisgrieß oder Buchweizenmehl), Kletzenbirnen (getrocknete Birnen) und frische Forellen aus den klaren Bächen der Region. Immer mehr Gasthöfe setzen auf eine kreative Neuinterpretation der traditionellen Küche und verbinden regionale Zutaten mit modernen Kochtechniken. Welche Betriebe warme Küche servieren und wann sie Ruhetag haben, steht unter Restaurants und Wirtshäuser.
Weinverkostungen und Events
Die Weststeiermark feiert ihren Wein das ganze Jahr über - mit Verkostungen, Festivals und urigen Weinfesten.
Weinverkostungen
Zahlreiche Winzer der Weststeiermark bieten Weinverkostungen nach Voranmeldung an. Von der einfachen Kellerführung mit drei bis fünf Weinen bis zur ausführlichen Lagendegustation mit Einblick in die Vinifikation - das Angebot ist vielfältig. Manche Weingüter kombinieren die Verkostung mit einer kleinen Jause oder einem Spaziergang durch die Weingärten.
Schilcher-Herbst
Der Schilcher-Herbst ist die wichtigste Festsaison der Region. Von September bis November finden in zahlreichen Gemeinden Weinfeste, Lesefeste und Erntedankfeiern statt. Höhepunkt ist die Vorstellung des neuen Jahrgangs, bei dem die Winzer ihre jungen Weine erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. Live-Musik, steirische Schmankerl und ausgelassene Stimmung machen den Schilcher-Herbst zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Weinwanderungen
Geführte Weinwanderungen verbinden Bewegung in der Natur mit Weingenuss. Die Routen führen entlang der schönsten Weinberge, vorbei an historischen Kellerstöckln und durch malerische Ortschaften. Unterwegs werden an mehreren Stationen Weine und regionale Spezialitäten gereicht. Diese Veranstaltungen finden von Frühling bis Herbst statt und sind bei Besuchern äußerst beliebt.
Ein besonderes Highlight ist das Aufsteirern, eines der größten Volkskulturfeste Österreichs, das zwar in Graz stattfindet, aber die gesamte Steiermark einbezieht. Viele Winzer der Weststeiermark präsentieren sich dort und bieten Kostproben an. Auch der Tag des Schilchers, der traditionelle Schilcher-Anstich im Frühjahr und die verschiedenen Kirtage (Kirchweihfeste) in den einzelnen Gemeinden sind hervorragende Gelegenheiten, die Weinkultur der Region hautnah zu erleben.
Für Weinkenner interessant: Im Rahmen der Vinofaktur Genussregal in Vogau und bei verschiedenen überregionalen Veranstaltungen wie der VieVinum in Wien sind weststeirische Winzer regelmäßig vertreten. Diese Auftritte haben maßgeblich zur wachsenden Bekanntheit der Region beigetragen und den Ruf der Weststeiermark als erstklassiges Weinbaugebiet gefestigt.
Tipps für Weinliebhaber
So planen Sie Ihren Weinurlaub in der Weststeiermark perfekt.
Beste Reisezeit
Der Herbst von September bis November ist die magischste Zeit. Die Weinlese ist in vollem Gange, die Rebblätter färben sich golden, und überall duftet es nach frischem Most. Wer es ruhiger mag, wählt den Frühsommer (Mai/Juni) mit blühenden Landschaften und angenehmen Temperaturen.
Schilcherweinwanderweg
Der 65 Kilometer lange Schilcherweinwanderweg führt von Ligist im Norden bis nach Eibiswald im Süden. Er lässt sich in mehreren Tagesetappen erwandern und bietet dabei spektakuläre Ausblicke, gemütliche Buschenschänken am Wegesrand und die Möglichkeit, die Region im eigenen Tempo zu entdecken.
Verkostungen planen
Wenn Sie mehrere Weingüter besuchen möchten, organisieren Sie einen Fahrer oder nutzen Sie ein Taxi. Die Straßen der Weinberge sind kurvig und oft steil, und Alkohol am Steuer ist gefährlich und streng strafbar. Mehrere lokale Anbieter organisieren Weintouren mit Transport.
Direkt vom Winzer kaufen
Die beste Möglichkeit, weststeirische Weine zu erwerben, ist der Direktkauf beim Erzeuger. Die Preise ab Hof sind fair, und Sie erhalten Zugang zu Weinen, die im Handel nicht erhältlich sind. Viele Winzer versenden auch per Post - fragen Sie nach den Versandbedingungen.
Gästekarte nutzen
Wer in einem teilnehmenden Beherbergungsbetrieb übernachtet, erhält die Gästekarte der Region. Diese bietet Ermäßigungen bei verschiedenen Ausflugszielen, Verkostungen und Aktivitäten. Fragen Sie bei der Ankunft in Ihrer Unterkunft nach dieser Karte und den aktuellen Vergünstigungen.
Lokale Feste besuchen
Informieren Sie sich vorab über Veranstaltungen in Ihrem Reisezeitraum. Weinfeste, Kirtage und saisonale Märkte bieten die authentischste Möglichkeit, die Kultur der Weststeiermark zu erleben. Die Tourismusverbände veröffentlichen jährlich Veranstaltungskalender online.
Weingemeinden der Weststeiermark
Entdecken Sie die wichtigsten Weinorte entlang der Schilcherweinstraße und im Sulmtal.