Mittelalterliche Burgen, lebendige Museen und kulturelle Schätze zwischen Koralpe und Sulmtal
Hoch über der Bezirkshauptstadt thront die Burg Deutschlandsberg auf einem Felssporn am Rand der Koralpe. Sie ist das Wahrzeichen der gesamten Weststeiermark und eine der am besten erhaltenen Burganlagen der Steiermark. Ein Besuch gehört zu jedem Aufenthalt in der Region.
Die Geschichte der Burg reicht bis ins frühe 12. Jahrhundert zurück. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie um 1153 als Besitz der Herren von Landsberg. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die Anlage mehrfach den Besitzer, wurde erweitert, belagert und wieder aufgebaut. Besonders in der Zeit der Türkenkriege im 15. und 16. Jahrhundert spielte sie eine wichtige Rolle als Verteidigungsbollwerk an der Grenze zum Osmanischen Reich. Noch heute sind die mächtigen Wehrmauern und der imposante Bergfried Zeugen dieser unruhigen Epoche.
Im Jahr 1988 erwarb die Stadtgemeinde Deutschlandsberg die Burg und begann mit einer umfassenden Sanierung, die sich über mehrere Jahrzehnte erstreckte. Heute präsentiert sich die Anlage in hervorragendem Zustand und beherbergt das ArcheoNostra – ein modernes archäologisches Museum, das die Siedlungsgeschichte der Region von der Steinzeit bis ins Mittelalter anschaulich dokumentiert. Auf mehreren Etagen werden Fundstücke aus Ausgrabungen in der gesamten Weststeiermark gezeigt, darunter keltische Keramik, römische Münzen und mittelalterliche Waffen.
Ein besonderes Highlight ist die gläserne Aussichtsplattform, die sich über den historischen Burghof erstreckt. Von hier bietet sich ein atemberaubender Panoramablick über das Sulmtal, die Weinberge der Schilcherweinstraße und bei klarer Sicht bis weit hinein in die slowenischen Berge. Die Plattform wurde als modernes architektonisches Element bewusst in Kontrast zur mittelalterlichen Substanz gesetzt und hat seit ihrer Eröffnung für international beachtete Aufmerksamkeit gesorgt.
Der Burginnenhof dient als stimmungsvolle Kulisse für Veranstaltungen. Im Sommer finden hier regelmäßig Konzerte, Theateraufführungen und Lesungen statt. Die mittelalterlichen Festspiele im Juli ziehen jährlich Tausende Besucher an, die bei Ritterturnieren, historischem Handwerk und mittelalterlicher Musik in vergangene Zeiten eintauchen. Das Burgrestaurant serviert regionale Küche mit Blick auf die Weinberge und ist besonders an lauen Sommerabenden ein lohnenswertes Ziel.
Die Burg ist von April bis Oktober täglich geöffnet, im Winter an Wochenenden und Feiertagen. Der Aufstieg vom Stadtzentrum dauert zu Fuß rund 20 Minuten über einen gut ausgebauten Wanderweg. Alternativ führt eine Zufahrtsstraße direkt bis zum Burgparkplatz. Der Eintritt ins Museum beträgt für Erwachsene rund 10 Euro, ermäßigte Karten sind für Kinder, Senioren und Gruppen erhältlich.
Das imposante Schloss Stainz, einst ein Augustiner-Chorherrenstift und später Sommersitz von Erzherzog Johann, ist heute eines der bedeutendsten Museumsstandorte der Steiermark. Zwei Abteilungen des Universalmuseums Joanneum machen es zu einem kulturellen Pflichtbesuch.
Die Geschichte des Schlosses beginnt im Jahr 1229, als das Augustiner-Chorherrenstift gegründet wurde. Über Jahrhunderte hinweg war es ein geistliches und wirtschaftliches Zentrum der Region. Nach der Aufhebung des Stifts 1785 durch Kaiser Joseph II. erwarb Erzherzog Johann von Österreich das Anwesen im Jahr 1840. Der Erzherzog, als Modernisierer und Förderer der Steiermark verehrt, machte Stainz zu seinem Landsitz und trieb von hier aus landwirtschaftliche Reformen voran, die die gesamte Region prägten.
Im Jagdmuseum widmet sich eine umfangreiche Dauerausstellung der Jagdkultur in der Steiermark – von der prähistorischen Jagd als Überlebensnotwendigkeit bis zur modernen Wildtierbewirtschaftung. Die Sammlung umfasst historische Jagdwaffen, Trophäen, Gemälde und ethnografische Objekte. Besonders bemerkenswert ist die Darstellung der ökologischen Zusammenhänge zwischen Jagd, Forstwirtschaft und Artenschutz, die weit über eine bloße Trophäenschau hinausgeht. Die Ausstellung behandelt auch kontroverse Themen und regt zum Nachdenken über das Verhältnis zwischen Mensch und Wildtier an.
Das Landwirtschaftsmuseum im selben Gebäude zeichnet die Entwicklung der steirischen Land- und Forstwirtschaft nach. Von der bäuerlichen Selbstversorgung über die Industrialisierung bis hin zu modernen Anbaumethoden wird die Geschichte der Agrarkultur anschaulich dargestellt. Historische Gerätschaften, originale Werkstätten und multimediale Stationen machen den Besuch auch für Kinder und Jugendliche interessant. Ein eigener Bereich widmet sich dem Weinbau und der Schilcherproduktion in der Weststeiermark.
Der weitläufige Schlosspark mit seinen alten Bäumen lädt zum Spazieren ein und bietet im Sommer Schatten an heißen Tagen. Der Marktplatz von Stainz direkt unterhalb des Schlosses zählt zu den schönsten in der gesamten Steiermark. Die harmonische Verbindung aus barocker Architektur, lebhaftem Marktleben und dem mächtigen Schloss im Hintergrund ergibt ein Gesamtbild, das Besucher immer wieder fasziniert.
Das Steirische Feuerwehrmuseum in Groß St. Florian ist das größte Feuerwehrmuseum Österreichs und eines der bedeutendsten in ganz Europa. Auf über 1.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird die Geschichte des Brandschutzes und des Feuerwehrwesens lebendig.
Die Sammlung umfasst mehr als 80 historische Feuerwehrfahrzeuge, darunter handgezogene Spritzen aus dem 18. Jahrhundert, dampfbetriebene Löschmaschinen und frühe Motorspritzen. Jedes Fahrzeug erzählt seine eigene Geschichte und dokumentiert den technischen Fortschritt im Kampf gegen das Feuer. Besonders eindrucksvoll sind die prachtvoll verzierten Handdruckspritzen der Gründerzeit, die mit kunstvollen Messingbeschlägen und Holzschnitzereien mehr an Kunstwerke als an Arbeitsgeräte erinnern.
Neben den Fahrzeugen zeigt das Museum eine umfangreiche Sammlung an Helmen, Uniformen, Atemschutzgeräten und Löschtechnik aus verschiedenen Epochen. Interaktive Stationen ermöglichen es Besuchern, selbst an einer historischen Pumpe zu arbeiten oder die Funktionsweise moderner Brandschutztechnik zu verstehen. Für Kinder gibt es einen eigenen Erlebnisbereich, in dem sie in Feuerwehruniformen schlüpfen und auf einem nachgebauten Löschfahrzeug spielen können.
Der Name des Ortes – Groß St. Florian – ist kein Zufall. Der heilige Florian gilt als Schutzpatron der Feuerwehr, und die Pfarrkirche des Ortes ist ihm geweiht. Das Museum befindet sich in unmittelbarer Nähe der Kirche und bildet mit ihr ein thematisches Ensemble, das Tradition und technische Entwicklung verbindet. Der Standort gilt als einer der wichtigsten außerschulischen Lernorte der Steiermark.
Das Steirische Feuerwehrmuseum beherbergt die älteste noch erhaltene Feuerspritze der Steiermark aus dem Jahr 1758. Das Museum ist ganzjährig geöffnet und eignet sich besonders als Schlechtwetterprogramm. Gruppenführungen werden auf Anfrage auch in englischer und slowenischer Sprache angeboten.
Die Weststeiermark birgt eine Fülle sakraler Bauwerke, die von der tiefen Verwurzelung des christlichen Glaubens in dieser Region zeugen. Von romanischen Feldkirchen bis hin zu prachtvollen Barockbauten spannt sich ein architektonischer Bogen durch die Jahrhunderte.
Die romanische Pfarrkirche St. Stefan ob Stainz gehört zu den ältesten Sakralbauten der Region. Ihr schlichter, massiver Baukörper mit dem markanten Rundturm stammt im Kern aus dem 12. Jahrhundert und hat alle Umbauwellen der folgenden Epochen weitgehend unbeschadet überstanden. Im Inneren finden sich Reste romanischer Wandmalereien, die zu den frühesten erhaltenen Fresken der Steiermark zählen. Die Kirche liegt inmitten eines idyllischen Friedhofs mit schmiedeeisernen Grabkreuzen und bietet einen herrlichen Ausblick über das Sulmtal.
Die Wallfahrtskirche Frauenberg bei Leibnitz, obwohl knapp außerhalb der Weststeiermark gelegen, ist seit Jahrhunderten ein wichtiges Pilgerziel für die Bevölkerung der Region. Der barocke Bau mit seiner reichen Innenausstattung und dem Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes zieht bis heute Wallfahrer aus der gesamten Steiermark an. Am 15. August, dem Feiertag Mariä Himmelfahrt, findet die größte Wallfahrt des Jahres statt.
In nahezu jedem Ort der Weststeiermark steht eine sehenswerte Pfarrkirche. Die spätgotische Pfarrkirche von Schwanberg beeindruckt mit ihrem filigranen Netzrippengewölbe. Die Stiftskirche in Stainz, einst Teil des Augustinerstifts, zeigt prachtvolle Barockausstattung mit Deckenfresken von bedeutenden steirischen Künstlern. Die Pfarrkirche von Wies besitzt einen bemerkenswerten spätgotischen Flügelaltar, der zu den wichtigsten Kunstwerken der Region gehört.
Zahlreiche Bildstöcke, Wegkreuze und kleine Kapellen säumen die Straßen und Wanderwege der Weststeiermark. Diese Kleindenkmäler sind nicht nur religiöse Zeichen, sondern auch wertvolle Zeugnisse der Volkskunst. Viele wurden in den letzten Jahren aufwendig restauriert und sind in einem eigenen Wanderführer dokumentiert, der bei den örtlichen Tourismusbüros erhältlich ist.
Neben den großen Häusern bietet die Weststeiermark eine vielfältige Museumslandschaft mit überraschenden Sammlungen.
Am Fuß der Koralpe dokumentiert das kleine, aber feine Koralmmuseum die Natur- und Kulturgeschichte des Gebirgszugs. Mineralien, Fossilien und Werkzeuge aus dem historischen Bergbau erzählen vom Leben und Arbeiten in den Bergen. Besonders sehenswert ist die Sammlung alpiner Kristalle aus der Region.
Im benachbarten Kitzeck, dem höchstgelegenen Weinort Europas, befindet sich ein kleines Weinmuseum, das die Geschichte des steirischen Weinbaus vom Mittelalter bis heute nachzeichnet. Historische Pressen, Fässer und Winzerwerkzeuge geben Einblick in die mühevolle Handarbeit früherer Generationen.
Mehrere Künstler haben sich in der Weststeiermark niedergelassen und öffnen ihre Ateliers für Besucher. In Deutschlandsberg gibt es eine aktive Kunstszene mit wechselnden Ausstellungen im Kulturzentrum und in der Galerie im Rathaus. Zeitgenössische Kunst trifft hier auf traditionelles Handwerk.
Die Museumslandschaft der Weststeiermark lebt von ihrer Vielfalt. Neben den überregional bekannten Einrichtungen gibt es zahlreiche kleine Heimatmuseen und Privatsammlungen, die einen Besuch lohnen. Das Heimatmuseum in Wies widmet sich der lokalen Geschichte und Volkskultur, während das Freilichtmuseum in Stübing – nur eine kurze Autofahrt nördlich der Region – eines der größten Freilichtmuseen Europas ist und die bäuerliche Architektur aller österreichischen Bundesländer zeigt.
Viele Museen bieten spezielle Programme für Schulklassen und Kindergruppen an. Museumspädagogische Konzepte sorgen dafür, dass auch junge Besucher einen altersgerechten Zugang zur Geschichte und Kultur der Region finden. Workshops im mittelalterlichen Handwerk auf der Burg Deutschlandsberg oder Erlebnisführungen im Feuerwehrmuseum sind bei Familien besonders beliebt.
Die wichtigsten Ausflugsziele auf einen Blick – von Burgen und Schlössern bis zu Museen und historischen Orten.
Die Marktgemeinden der Weststeiermark haben sich ihre historischen Ortskerne in beachtlichem Maß bewahrt. Wer durch die Straßen von Deutschlandsberg, Stainz oder Wies spaziert, erlebt Architektur, die Geschichten erzählt.
Deutschlandsberg ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Weststeiermark. Der Hauptplatz mit seinen bürgerlichen Häusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die teilweise mit aufwendigen Fassadenmalereien geschmückt sind, bildet das Herzstück der Stadt. Die Pfarrkirche am Platz, dem heiligen Sebastian geweiht, beeindruckt mit ihrer barocken Innengestaltung. In den Gassen rund um den Hauptplatz finden sich inhabergeführte Geschäfte, traditionelle Gasthäuser und gemütliche Cafés.
Besonders sehenswert ist der Kreuzweg, der vom Stadtzentrum hinauf zur Burg führt. Entlang des Weges markieren Stationen den Aufstieg, und an mehreren Stellen eröffnen sich überraschende Ausblicke auf die Stadt und die umliegenden Weinberge. Am Fuß der Burg befindet sich der Frauenteich, ein idyllischer Weiher, der im Sommer zum Verweilen einlädt und im Winter bei ausreichend tiefen Temperaturen zum Eislaufen genutzt wird.
Der Ortskern von Stainz wird dominiert vom mächtigen Schloss, das über dem Marktplatz aufragt. Die Häuserzeilen entlang der Hauptstraße zeigen eine harmonische Mischung aus barocker Grundsubstanz und moderater Erneuerung. Jeden Freitag findet ein Bauernmarkt statt, auf dem lokale Produzenten ihre Erzeugnisse anbieten: Käse, Brot, Aufstriche, saisonales Obst und Gemüse, Kürbiskernöl und natürlich Schilcher. Der Marktbesuch gehört für viele Einheimische zum Wochenritual.
Wies, im Herzen des Sulmtals gelegen, ist ein ruhiger, beschaulicher Ort mit einer intakten Ortsstruktur. Die Pfarrkirche mit ihrem bemerkenswerten gotischen Altar, die historischen Bürgerhäuser am Hauptplatz und die traditionellen Gasthöfe vermitteln ein authentisches Bild weststeirischen Lebens. Wies ist auch Ausgangspunkt für Wanderungen in das südliche Sulmtal und in die Grenzregion zu Slowenien.
Die Weststeiermark bietet auch abseits von Burgen und Museen zahlreiche Aktivitäten für Familien mit Kindern.
Mehrere Erlebniswege und Naturlehrpfade machen die Natur der Weststeiermark für Kinder erlebbar. Der Waldlehrpfad bei Deutschlandsberg erklärt spielerisch das Ökosystem Wald. Der Bienenlehrpfad in Schwanberg widmet sich der faszinierenden Welt der Honigbienen. Klettergärten und Hochseilparks in der Region bieten Abenteuer für ältere Kinder und Jugendliche.
Im Sommer laden mehrere Freibäder und Badeseen zum Abkühlen ein. Das Erlebnisfreibad in Deutschlandsberg bietet Rutschen, Sprungturm und Kinderbecken. Der Sulmsee bei Leibnitz, nur wenige Kilometer östlich der Weststeiermark, ist ein beliebtes Naherholungsziel mit Strandbad. An heißen Tagen bieten auch die Bäche und Flüsse der Region naturnahe Badeplätze.
Auf mehreren Erlebnisbauernhöfen in der Region können Kinder Tiere hautnah erleben, beim Füttern helfen und den bäuerlichen Alltag kennenlernen. Das Lipizzanergestüt Piber, wo die berühmten weißen Hengste der Spanischen Hofreitschule aufwachsen, liegt nur eine kurze Autofahrt entfernt und ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der gesamten Steiermark.
Für Kinder ist ein Besuch der Burg Deutschlandsberg ein besonderes Erlebnis. Bei den Mittelalterfestspielen im Sommer können sie Rittern beim Turnier zusehen, mittelalterliche Handwerkstechniken ausprobieren und sich in historische Gewänder kleiden. Das ArcheoNostra-Museum bietet altersgerechte Führungen und Workshops.
Gut ausgebaute Radwege entlang der Sulm und durch die Weinberge eignen sich für Familienausflüge. Der Sulmtal-Radweg verläuft weitgehend flach und ist auch für kleinere Kinder gut befahrbar. Fahrräder und E-Bikes können an mehreren Verleihstationen in der Region gemietet werden.
An Regentagen sind das Feuerwehrmuseum in Groß St. Florian, die Museen im Schloss Stainz und das ArcheoNostra auf der Burg Deutschlandsberg ideale Ziele. Das Hallenbad in Deutschlandsberg bietet ganzjährig Schwimmvergnügen. Einige Buschenschänken und Gasthöfe verfügen über Spielbereiche für Kinder.
Das ganze Jahr über bieten Feste, Märkte und kulturelle Veranstaltungen Anlass für einen Besuch in der Weststeiermark.
Mit dem Frühling erwacht die Weststeiermark zu neuem Leben. Die Obstbäume blühen, die Weinreben treiben aus, und die ersten Buschenschänken öffnen nach der Winterpause. Im Mai beginnt die Wandersaison, und geführte Weinbergwanderungen starten in ihre neue Saison. Das Schilcherfest in Deutschlandsberg, traditionell Anfang Juli, ist das größte Weinfest der Region. Drei Tage lang verwandelt sich der Hauptplatz in ein Festgelände mit Weinverkostungen, regionaler Kulinarik, Live-Musik und einem bunten Rahmenprogramm.
Die mittelalterlichen Festspiele auf der Burg Deutschlandsberg im Juli und August ziehen tausende Besucher an. Ritterturniere, historische Handwerksmärkte und Aufführungen vor der Burgkulisse bieten Unterhaltung für die ganze Familie. Im Sommer finden zudem zahlreiche Dorffeste, Kirtage und Open-Air-Konzerte in den Gemeinden der Region statt. Das kulturelle Angebot ist bemerkenswert vielfältig für eine ländliche Region dieser Größe.
Der Herbst ist ohne Frage die atmosphärischste Jahreszeit in der Weststeiermark. Wenn sich die Rebblätter golden und rot färben und der Duft frischen Mostes in der Luft liegt, zeigt sich die Region von ihrer schönsten Seite. Die Weinlese beginnt je nach Jahrgang Anfang bis Mitte Oktober und wird in vielen Orten mit Lesefesten gefeiert. Ernterankfeiern mit traditioneller Musik und regionalen Schmankerln gehören seit Generationen zum Brauchtum.
Um den Martinstag am 11. November steht die Martinigans im Mittelpunkt. Zahlreiche Gasthöfe und Buschenschänken bieten in dieser Zeit traditionelle Martinigansl-Essen an, begleitet von jungem Wein des aktuellen Jahrgangs. Am Leopolditag, dem 15. November, laden einige Weingüter zum Jungweinkosten und geben die ersten Weine des neuen Jahrgangs zum Verkauf frei.
Ein besonderes Erlebnis ist der Burgadvent auf der Burg Deutschlandsberg. An den Adventwochenenden verwandelt sich die mittelalterliche Anlage in einen stimmungsvollen Weihnachtsmarkt. Regionale Handwerker bieten Kunsthandwerk, Keramik, Holzarbeiten und Weihnachtsschmuck an. Dazu gibt es Glühwein, gebrannte Mandeln und steirische Mehlspeisen vor der einzigartigen Burgkulisse. Der Burgadvent hebt sich durch seine authentische Atmosphäre wohltuend von kommerziellen Weihnachtsmärkten ab.
Auch in Stainz und Wies finden Adventmärkte statt, die zwar kleiner, aber ebenso stimmungsvoll sind. Die Krampusläufe in verschiedenen Gemeinden Anfang Dezember gehören zum lebendigen Brauchtum der Region. Der Brauch der Perchtenläufe in den Raunächten zwischen Weihnachten und dem 6. Jänner ist in manchen Orten der Weststeiermark noch lebendig und bietet ein eindrucksvolles Spektakel aus Masken, Lärm und Feuerschein.
Die zentrale Lage der Weststeiermark ermöglicht zahlreiche spannende Tagesausflüge in die nähere und weitere Umgebung.
Die steirische Landeshauptstadt mit ihrer UNESCO-geschützten Altstadt ist nur eine halbe Autostunde entfernt. Das Kunsthaus, der Uhrturm am Schlossberg, das Zeughaus und die lebendige Gastronomie- und Kulturszene machen Graz zu einem idealen Tagesausflugsziel. Die Stadt verbindet historisches Erbe mit zeitgenössischer Architektur und wurde 2003 zur Kulturhauptstadt Europas ernannt.
In Piber bei Köflach, nur rund 30 Autominuten nördlich der Weststeiermark, werden die berühmten Lipizzaner-Hengste der Spanischen Hofreitschule Wien aufgezogen. Bei Führungen durch das Gestüt erleben Besucher die eleganten Pferde auf den Weiden und in den historischen Stallungen. Im Sommer finden regelmäßig Vorführungen statt.
Östlich der Weststeiermark liegt das Steirische Thermenland mit seinen bekannten Thermalquellen. Die Parktherme Bad Radkersburg, die Heiltherme Bad Waltersdorf und die Therme Loipersdorf sind innerhalb von ein bis eineinhalb Autostunden erreichbar. Ein Thermaltag lässt sich hervorragend mit einer Weinverkostung in der Südsteiermark verbinden.
Weitere lohnende Tagesausflüge führen in die benachbarte Südsteiermark mit ihren berühmten Weinstraßen und der reizvollen Hügellandschaft. Die Landesausstellung im Stift Rein, das älteste durchgehend besiedelte Zisterzienserstift der Welt, liegt ebenso in erreichbarer Nähe wie die Bärenschützklamm bei Mixnitz, eine spektakuläre Felsschlucht mit Holzleitern und Brücken.
Richtung Süden bieten sich Ausflüge ins slowenische Marburg (Maribor) an, das nur rund eine Stunde Fahrzeit entfernt liegt. Die zweitgrößte Stadt Sloweniens beeindruckt mit einer lebendigen Altstadt, der ältesten Weinrebe der Welt und einer exzellenten Gastronomie. Der Grenzübertritt innerhalb des Schengen-Raums ist unkompliziert und erfordert lediglich einen gültigen Ausweis.
Entdecken Sie die Gemeinden der Weststeiermark mit ihren eigenen Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten.
Planen Sie jetzt Ihren Aufenthalt im Schilcherland und erleben Sie unvergessliche Momente zwischen Weinbergen, Wäldern und herzlicher Gastfreundschaft.