Veranstaltung
Schilcherfrühling
Ende Mai öffnen rund 20 Betriebe in Eibiswald, Wies und Pölfing-Brunn ihre Keller. Kein Festgelände, keine Bühne - man wandert von Hof zu Hof.
Der Schilcherfrühling 2026 ist vorbei - er lief vom 28. bis 31. Mai. Der Termin für 2027 steht noch nicht fest, wohl aber das Muster: Es ist immer das letzte Maiwochenende, und es sind immer dieselben drei Gemeinden.
Das Fest ist das Gegenstück zum Weinlesefest am anderen Ende der Saison. Im Mai treiben die Reben aus, die Keller sind vom Vorjahr noch gut gefüllt, und die Arbeit im Weingarten lässt ein Wochenende zu. Das Motto 2026 lautete „Da blüht dir was…“.
Wer die Region kennenlernen will und nicht das Gedränge sucht, kommt eher zu diesem Termin als zu den Schilchertagen im August. Man steht dabei nicht vor einem Stand, sondern im Betrieb - was den Unterschied ausmacht, aber auch bedeutet, dass man sich die Route selbst zusammenstellt.
Ein Fest ohne Festgelände
Drei Gemeinden, rund 20 Betriebe, kein zentraler Platz.
Die Veranstaltung verteilt sich auf Eibiswald, Wies und Pölfing-Brunn. Beteiligt waren 2026 rund zwanzig Betriebe, darunter neun Weingüter, drei Gastronomiebetriebe und zwei Direktvermarkter. Jeder öffnet auf eigenem Grund: Verkostungen im Keller, Führungen durch Weingarten und Betrieb, dazu Küche vom jeweiligen Haus.
Daraus folgt das eine praktische Problem dieses Formats: Die Betriebe liegen kilometerweit auseinander, in Hanglagen, und es wird Wein verkostet. Wer mehrere Stationen plant, braucht einen Fahrer, ein Taxi oder eine Unterkunft in Gehweite - und sollte die Route vorher festlegen statt spontan weiterzuziehen.
Was das für Besucher heißt
Es gibt keinen Eintritt an einem Tor, sondern man zahlt bei den Betrieben, was man konsumiert. Es gibt kein Bühnenprogramm mit Uhrzeiten, sondern Öffnungszeiten je Hof. Und es gibt keinen Ort, an dem alles zusammenläuft. Das macht die Planung aufwendiger als bei einem klassischen Fest, dafür kommt man an Menschen und Keller heran, die sonst nicht offenstehen.
Der Ablauf über vier Tage
Donnerstag Eröffnung, Freitag und Samstag die eigentlichen Betriebstage, Sonntag Ausklang - so war es 2026 aufgebaut.
Eröffnet wurde am Donnerstag, 28. Mai, beim Eibiswalder Freibad, gemeinsam mit den teilnehmenden Winzern. An Freitag und Samstag lief das Kernprogramm: Man konnte sich durch das Sortiment der Betriebe kosten, an Keller- und Betriebsführungen teilnehmen, sich von den Winzern die Weine erklären lassen und bei den Gastronomen essen.
Der Höhepunkt 2026 stand im Keller des Weinguts Jöbstl am Schilcherberg, das gleichzeitig 40 Jahre Weinwerkstatt feierte. Die Medienkünstlerin Nina Ortner hatte dort eine Licht- und Klanginstallation eingerichtet: Zwischen den Weintanks liefen Projektionen von Weingarten- und Kellerarbeit, dazu Ameisen, Käfer und andere Lebewesen - der Mikrokosmos im Weingarten. Winzer Hannes Jöbstl brachte den Reiz auf den Punkt: „Im Herbst bin ich hier meist der Alleinunterhalter.“
Solche Einzelaktionen sind das Kennzeichen dieses Formats. Weil jeder Betrieb sein eigenes Programm macht, unterscheidet sich das Fest von Jahr zu Jahr stärker als jedes Fest mit fixer Bühne.
Wer mitmacht
Die Liste wechselt jährlich. Diese Betriebe waren zuletzt dabei.
Genannt wurden für 2026 unter anderem das Weingut Garber Patrick in Wies, das Weingut und Buschenschank Glirsch in Eibiswald, das Weingut Jauk in Pölfing-Brunn sowie das Weingut Jöbstl am Schilcherberg. Die vollständige Betriebsliste veröffentlicht der Tourismusverband jeweils im Frühjahr.
Mehrere der beteiligten Häuser sind auch außerhalb des Schilcherfrühlings zugänglich. Krottmayer vlg. Glirsch in Kornriegel führt einen Buschenschank mit veröffentlichten Öffnungszeiten und vermietet Gästezimmer. In derselben Gemeinde liegen der Peiserhof mit Wellnessbereich und beheiztem Schwimmbad und der Romantikhof in Hörmsdorf. Wer den Schilcherfrühling verpasst hat, kommt bei diesen Betrieben also auch sonst unter.
Für die Buschenschänken der Region gilt allerdings dasselbe wie immer: Die Öffnungstage wechseln saisonal, und mehrere Betriebe machen im Juli und August Sommerpause. Die Übersicht mit den aktuellen Zeiten steht unter Buschenschänken.
Anreise und Übernachten
Alle drei Gemeinden liegen an der S6, was für ein Fest ohne zentralen Ort ungewöhnlich günstig ist.
Mit der Bahn: Die S6 fährt stündlich von Graz Hauptbahnhof und hält in Pölfing-Brunn nach 58 Minuten, in Wies Markt nach 61 und in Wies-Eibiswald nach 63 Minuten. Damit sind alle drei Festgemeinden ohne Auto erreichbar - zwischen den einzelnen Höfen hilft die Bahn allerdings nicht weiter, die liegen in den Hanglagen abseits der Strecke. Fahrzeiten stehen unter Anreise.
Mit dem Auto: Über die A2 bis Lieboch und weiter auf der B76 nach Süden.
Übernachten: In den drei Gemeinden zusammen führt die Unterkunftsübersicht sieben Betriebe - vier in Eibiswald, drei in Pölfing-Brunn. Für ein Wochenende, an dem man Weine verkostet und nicht fahren möchte, ist ein Quartier im Ort die vernünftigste Lösung.
Weiter im Festkalender
Was rund um den Schilcherfrühling sonst noch stattfindet.