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Veranstaltung

Deutschlandsberger Klavierfrühling

Sieben Konzerte zwischen Ende Februar und Ende Mai, alle um 18 Uhr, alle im selben Saal - und auf der Bühne Namen, die sonst im Wiener Konzerthaus stehen.

Zuletzt aktualisiert: August 2026
Redaktion: Redaktion Weststeiermark

Elisabeth Leonskaja, Paul Gulda, das Altenberg Trio Wien, das Minetti Quartett: Diese Besetzung gehört in eine Landeshauptstadt. Gespielt wird sie in der Musikschule einer Bezirksstadt mit 11.757 Einwohnern, vor einem Publikum, das für die Karte 33 Euro zahlt.

Der 32. Klavierfrühling lief 2026 vom 21. Februar bis 23. Mai. Er ist damit vorbei; das Muster bleibt aber verlässlich genug, um danach zu planen. Es sind immer sieben Konzerte, immer im späten Winter und Frühjahr, immer um 18 Uhr, und der Spielort wechselt nicht. Angaben zum Programm stammen vom Bericht über die 32. Auflage auf MeinBezirk Deutschlandsberg, Preise und Kartenwege vom Veranstalter auf kulturkreis.at.

Die 18-Uhr-Anfangszeit ist der eigentliche Unterschied zum Stadtbetrieb. Wer aus Graz kommt, ist vor Mitternacht wieder daheim, und wer im Bezirk wohnt, muss für ein Konzert am Sonntagabend nicht den ganzen Tag verplanen.

Die sieben Konzerte 2026

Von Clara Schumann bis zum Wohltemperierten Klavier auf fünf Instrumenten.

Datum Wer spielt Programm
21. FebruarRagna Schirmer, Klavier„Dem Leben entgegen“ - Hommage an Clara Schumann
7. MärzLukas Sternath, KlavierErster Auftritt in Deutschlandsberg
28. MärzAnna Maier, Klavier, und Yevgeny Chepovetsky, ViolineDuoabend
19. AprilAltenberg Trio WienKlaviertrio
25. AprilMinetti QuartettStreichquartett
10. MaiElisabeth Leonskaja, KlavierSchubert D 575, Brahms op. 2, Schubert D 959
23. MaiPaul Gulda, Tasteninstrumente„Wohltemperiert auf fünf Clavieren“

Alle sieben Abende beginnen um 18 Uhr, und alle finden nach Angabe des Veranstalters „wie gewohnt in der Musikschule“ statt. Die Reihe braucht also keinen Konzertsaal - sie kommt mit dem Saal einer Musikschule aus, was den Kartenpreis erklärt und die Nähe zum Instrument gleich mit.

Zwei der Termine haben über den Klavierfrühling hinaus Gewicht. Der Abend mit Paul Gulda am 23. Mai lief zugleich im Rahmen der Kunst-Kultur-Tage „schillern“, bei denen sich Kulturhäuser aus zehn Gemeinden zu einem gemeinsamen Programm zusammenschließen - so kündigte ihn die Stadtgemeinde an. Und Elisabeth Leonskaja am 10. Mai brachte mit Schubert und Brahms ein Programm, das sie auch auf internationalen Bühnen spielt.

Ein Programm, zwei Handschriften

Auffällig an der 32. Auflage ist die Mischung der Formate: zwei Soloabende am Klavier, ein Duo mit Violine, ein Klaviertrio, ein Streichquartett - und zum Abschluss Paul Gulda, der Bachs Wohltemperiertes Klavier auf fünf verschiedenen Tasteninstrumenten spielt. Der Reihenname führt insofern etwas in die Irre: Reine Klavierabende sind nur zwei von sieben.

Karten und Preise

33 Euro im Vorverkauf, 38 Euro an der Abendkassa - und für alle unter 18 Jahren kostet der Abend nichts.

Wer mehrere Konzerte hören will, fährt mit dem Fünferblock um 140 Euro günstiger: Er gilt für fünf frei wählbare Abende, macht 28 Euro je Konzert und ist nicht an eine bestimmte Saison gebunden. Mitglieder des Ö1 Clubs bekommen zehn Prozent auf den Abendkassenpreis.

Reserviert wird telefonisch unter +43 664 284 53 37, per E-Mail an kulturkreis.deutschlandsberg@gmail.com oder über das Formular auf der Vereinsseite. Reservierte Karten liegen an der Abendkassa bereit und werden dort bar bezahlt. Wer die Karte lieber vorher in der Hand hält, bekommt sie in der Buchhandlung Morawa am Hauptplatz 6 in Deutschlandsberg.

Die Gratisregel für Jugendliche ist keine Randnotiz. Sie gilt ohne Anmeldung und ohne Kontingent - bei einem Kartenpreis von 33 Euro ist das der Unterschied zwischen „einmal ausprobieren“ und „kommt nicht in Frage“.

Wer dahintersteckt

Ein Verein von 1972, der eine Bezirksstadt auf die Landkarte der Klaviermusik gesetzt hat.

Hinter der Reihe steht der Kulturkreis Deutschlandsberg, gegründet 1972, mit Sitz am Hauptplatz 35. Geleitet wird er von Barbara Faulend-Klauser jun., einer mehrfach ausgezeichneten Musikerin, die am Grazer Johann-Joseph-Fux-Konservatorium die Blockflötenklasse führt.

Der Verein ist damit gut zwei Jahrzehnte älter als der Klavierfrühling. Die Zählung lässt sich nachrechnen: Den 25. Klavierfrühling feierte Deutschlandsberg 2019 - sieben Jahrgänge später ergibt das die 32. Auflage und für die erste Ausgabe die Mitte der 1990er-Jahre. Der Kulturkreis hatte zu diesem Zeitpunkt bereits über zwanzig Jahre Programmarbeit hinter sich.

ORF Steiermark hat zusammengetragen, wer im Lauf der Jahrzehnte in Deutschlandsberg gespielt hat: Swjatoslaw Richter, Paul Badura-Skoda, Oleg Maisenberg, Till Fellner, Markus Schirmer, Elisabeth Leonskaja, zuletzt der Kanadier Marc-André Hamelin. Prägend war dabei über Jahrzehnte die Intendantin Barbara Faulend-Klauser, die der ORF-Bericht mit 98 Jahren als treibende Kraft beschreibt.

Der Klavierfrühling ist nicht das einzige Format des Vereins. Im Sommer läuft die Reihe „Live vor dem Rathaus“ mit Pop, Rock, Soul und Jazz, im Herbst folgen weitere Konzerte - für den Herbst 2026 etwa Bachs Goldberg-Variationen mit Mihály Berecz, das Wayne Darling Trio und ein Abend mit Werken aus Österreich und Südafrika. Die Termine stehen auf kulturkreis.at.

Anreise und Übernachten

Der Spielort liegt in der Hollenegger Straße 19 in Deutschlandsberg - und Deutschlandsberg ist seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 der am besten erreichbare Ort der Region.

Mit der Bahn: Die S6 fährt stündlich ab Graz Hauptbahnhof und braucht 36 Minuten bis Deutschlandsberg Stadt. Bei einem Konzertbeginn um 18 Uhr genügt ein Zug am späten Nachmittag - der frühe Beginn ist gerade für die Rückfahrt der entscheidende Punkt. Fahrzeiten und Umsteigepunkte stehen unter Anreise.

Mit dem Auto: Über die A2 bis Lieboch, dann auf der B76 nach Süden.

Übernachten: Für einen Konzertabend braucht es meist kein Quartier - wer aber ein Wochenende daraus macht, findet in Deutschlandsberg und Umgebung mehrere Betriebe, aufgelistet unter Unterkünfte. Als Tagesprogramm davor bietet sich die Burg Deutschlandsberg mit dem Burgmuseum an, das ebenfalls zu den „schillern“-Häusern zählt.

Weiter im Kulturkalender

Was rund um den Klavierfrühling sonst noch stattfindet.