Das Gebirge im Westen der Region: zwei Skigebiete auf einem Massiv, zwei Speikkogel auf zwei Bundesländer verteilt und ein 33 Kilometer langer Tunnel darunter.
Die Koralpe ist der Teil der Weststeiermark, den die Weinbilder nie zeigen. Während im Osten des Bezirks die Rebzeilen auf 300 bis 600 Metern stehen, erreicht das Massiv im Westen 2.140 Meter. Zwischen dem Buschenschank in Deutschlandsberg und dem Gipfelkreuz liegen keine 20 Kilometer Luftlinie.
Das Gebirge bildet die natürliche Grenze zwischen der Steiermark und Kärnten. Diese Grenze verläuft nicht nur über den Kamm, sie prägt auch, wie die Region genutzt wird: Es gibt zwei Skigebiete, zwei Zufahrten und zwei Tourismusverbände, und wer nur nach Koralpe sucht, landet leicht auf der falschen Seite.
Seit Dezember 2025 hat sich die Lage grundlegend geändert. Unter dem Massiv verläuft nun der 33 Kilometer lange Koralmtunnel, und in Groß St. Florian steht der größte neue Bahnhof der Strecke. Von dort sind es 17 Minuten nach Graz und 37 nach Klagenfurt.
Der höchste Berg der Koralpe liegt nicht in der Steiermark. Wer den höchsten Punkt des Bezirks Deutschlandsberg erreichen will, muss auf den kleineren der beiden Gipfel.
Der Große Speikkogel misst 2.140 Meter und trägt eine Wetterwarte samt Radaranlagen. Er liegt rund 400 Meter westlich der Landesgrenze und damit auf Kärntner Boden, etwa 18 Kilometer westlich von Deutschlandsberg und rund zehn Kilometer östlich von Wolfsberg.
Der Kleine Speikkogel mit 2.117 Metern ist ein Nebengipfel des Großen und liegt auf steirischer Seite. Er ist damit der höchste Punkt des Bezirks Deutschlandsberg. Der Unterschied beträgt 23 Meter, die Bedeutung für Gipfelsammler ist trotzdem beträchtlich.
Die beiden Gipfel liegen einander gegenüber und lassen sich in einer Tour verbinden. Der Standardanstieg beginnt am Parkplatz Weinebene auf 1.666 Metern und führt über das Grillitschgatter, ein Weidetor auf 1.748 Metern, und die steile Hühnerstütze auf 1.989 Metern am Seespitz auf 2.066 Metern vorbei zum Großen Speikkogel. 7,6 Kilometer, 514 Höhenmeter, rund zweidreiviertel Stunden für den Hauptgipfel. Details unter Wandern.
Landschaftlich ist das Massiv weniger schroff, als die Höhenzahlen vermuten lassen. Statt Fels dominieren sanfte Almwiesen, klare Bergbäche und weite Kämme. Das macht die Koralpe zu einem der zugänglicheren Zweitausender-Gebiete Österreichs und erklärt, warum hier Wandern und nicht Klettern die prägende Sportart ist.
Weinebene und Koralpe liegen auf demselben Massiv, sind aber getrennte Gebiete mit eigenen Liften und eigenen Karten.
| Weinebene | Skigebiet Koralpe | |
|---|---|---|
| Lage | An der Grenze, Zufahrt über Bad Schwanberg | Kärntner Seite, oberhalb von Wolfsberg im Lavanttal |
| Höhe | 1.580 bis 1.886 m | 1.650 bis 2.070 m, 420 hm Differenz |
| Lifte | 7 | 5 |
| Pisten | 18 km, 12 Abfahrten, leicht bis mittel | 18 km: 7 km leicht, 9 km mittel, 2 km schwer |
| Sonstiges | 15 km Loipen doppelspurig, Rodelbahn, Skischule, Kinderlifte und Zauberteppich, Beschneiung | Freeride-Abfahrt, Snowpark, Betrieb 9 bis 16 Uhr |
| Saison | Abhängig von der Schneelage | Anfang Dezember bis Ende März |
| Tageskarte | 22 Euro für Kinder bis 37,50 Euro für Erwachsene, Saisonkarte 202 bis 375 Euro | keine Angabe geprüft |
Für Gäste aus der Weststeiermark ist die Weinebene das naheliegende Gebiet: Die Zufahrt führt über Bad Schwanberg, und das Gelände ist mit ausschließlich leichten bis mittelschweren Abfahrten auf Familien ausgerichtet. Kinderlifte, Skischule und ein Zauberteppich für Anfänger sind vorhanden, dazu eine Rodelbahn und 15 Kilometer doppelspurig gezogene Loipen.
Wer steilere Abfahrten, einen Snowpark und eine Freeride-Strecke sucht, fährt weiter auf die Kärntner Seite. Das Skigebiet Koralpe liegt höher und hat mit zwei Kilometern schwarzer Piste das anspruchsvollere Angebot, ist von der Weststeiermark aus aber deutlich umständlicher zu erreichen.
Für Skitourengeher ist die Weinebene außerdem der Ausgangspunkt für Touren zur Hebalm und weiter über die Koralm. Das Gelände ist offen und wenig bewaldet, was die Routenwahl erleichtert und gleichzeitig die Lawinenlage zum Thema macht.
Die Weinebene ist ein Bergsattel etwa in der Mitte des Massivs, auf rund 1.666 Metern, direkt auf der Landesgrenze. Sie ist der einzige Punkt, an dem man die Koralpe bequem mit dem Auto erreicht.
Der Name ist irreführend: Mit Weinbau hat die Weinebene nichts zu tun, hier oben wächst kein Rebstock. Sie ist Parkplatz, Liftstation, Hüttenstandort und Wanderausgangspunkt in einem. Am Sattel steht ein Almhüttendorf, das im Sommer als Basis für Bergtouren dient.
Zu den Hütten der Umgebung gehören das Koralpenhaus sowie die Göslerhütte und die Hütte Weinofenblick. Die offizielle Adresse der Weinebene lautet Obergösel 18 und liegt formal auf Kärntner Seite, was die Grenzlage gut illustriert.
Nördlich der Weinebene liegt die Handalm, auf der bereits ein Windpark errichtet wurde. Die Weinebene selbst liegt in einer geplanten Vorrangzone für Windenergie, das Landschaftsbild dürfte sich in den kommenden Jahren also weiter verändern.
Wandern, Mountainbike und Almen, mit deutlich weniger Betrieb als im Winter.
Die Wege reichen vom gemütlichen Almspaziergang bis zur mehrtägigen Durchquerung. Der Standardanstieg auf den Großen Speikkogel ab Weinebene misst 7,6 Kilometer bei 514 Höhenmetern. Die Südsteiermark gilt als Knotenpunkt von sieben Weitwanderwegen, mehrere davon führen über das Massiv. Alle Touren unter Wandern.
Markierte Forstwege und Trails erschließen das Massiv. Der Radclub Eibiswald hat rund 40 Panoramatouren mit fast 1.500 Kilometern und 35.000 Höhenmetern beschrieben, viele davon auf der Koralpe. Als landschaftlich stärkster Abschnitt gilt die Strecke von Osterwitz nach Soboth über Handalm, Weinebene und Koralpe. Details unter Radfahren.
Sanfte Almwiesen, klare Bergbäche und Wasserfälle prägen das Bild, dazu eine artenreiche Flora auf den Hochflächen. Die Almhütten unterwegs dienen als Einkehr. Der Tourismusverband bittet ausdrücklich um Rücksicht auf die empfindlichen Lebensräume und die Weidewirtschaft.
Der Kontrast zum Rest der Region ist der eigentliche Reiz. Wer vormittags auf 2.100 Metern steht und nachmittags in einer Buschenschank auf 400 Metern sitzt, hat an einem Tag zwei Landschaften erlebt, die anderswo weit auseinanderliegen. Die Fahrzeit von der Weinebene nach Deutschlandsberg beträgt weniger als eine Stunde.
Die Koralpe war jahrhundertelang ein Hindernis. Seit dem 14. Dezember 2025 fährt man darunter durch.
Die Koralmbahn verbindet Graz und Klagenfurt auf einer 130 Kilometer langen Neubaustrecke mit rund 50 Tunnelkilometern, über 100 Brücken und 23 Bahnhöfen und Haltestellen. Herzstück ist der 33 Kilometer lange Koralmtunnel, nach Länge der sechstlängste Eisenbahntunnel der Welt. Die offizielle Eröffnung fand am 12. Dezember 2025 statt, der reguläre Betrieb begann zwei Tage später.
Für die Weststeiermark ist der wichtigste Punkt der Strecke der Bahnhof Weststeiermark in Groß St. Florian, der größte neu errichtete Bahnhof der gesamten Koralmbahn. Von dort sind es 17 Minuten nach Graz, 17 Minuten ins Lavanttal und 37 Minuten nach Klagenfurt.
Der Bahnhof hat neun Gleise, 450 Park-and-Ride-Plätze und eine Anbindung an das Radwegenetz. Im Fernverkehr gilt ein Stundentakt, im Nahverkehr auf der S6 ein Halbstundentakt, die letzte Abfahrt ab Graz ist um 23.59 Uhr. Das Ostportal des Koralmtunnels liegt rund zweieinhalb Kilometer entfernt in Frauental.
Damit ist die Region erstmals in unter 20 Minuten aus Graz erreichbar, und ein Tagesausflug ins Schilcherland ohne Auto ist realistisch geworden. Die Anschlussverbindungen mit Bus und S-Bahn stehen unter Anreise und Info.
Die Weinebenstraße führt von Bad Schwanberg auf den Sattel. Sie ist die einzige durchgehende Straßenverbindung über das Massiv von der steirischen auf die Kärntner Seite.
Die Weinebenstraße steigt auf über 1.600 Meter. Winterausrüstung und gegebenenfalls Ketten gehören ins Auto, die Straßenverhältnisse ändern sich innerhalb weniger Kilometer.
Für den Speikkogel gehören Verpflegung und Getränke ins Gepäck, empfohlen sind feste Schuhe und Stöcke. Einkehr gibt es erst wieder unten am Sattel.
Skikarten, Tourismusinfos und Webcams gelten oft nur für eine Seite. Prüfen Sie vor der Buchung, ob sich die Angabe auf die Weinebene oder auf das Kärntner Skigebiet Koralpe bezieht.
Zwischen Weingarten und Kamm liegen rund 1.800 Höhenmeter. Ein sonniger Tag in Deutschlandsberg sagt nichts über die Bedingungen auf 2.000 Metern aus.
Übernachtungsmöglichkeiten am Berg sind begrenzt. Bad Schwanberg, Wies und Deutschlandsberg sind die praktischsten Standorte, siehe Unterkünfte.
Die Orte am Fuß des Massivs und die passenden Themenseiten.
Planen Sie jetzt Ihren Aufenthalt im Schilcherland und erleben Sie unvergessliche Momente zwischen Weinbergen, Wäldern und herzlicher Gastfreundschaft.