Veranstaltung
50 Jahre Kürbis Wies
Am 16. Oktober feiert die Kulturinitiative Kürbis ihr fünfzigjähriges Bestehen - mit einer Ausstellung im Rathauspark und einem Festakt im Atelier im Schwimmbad.
Inhalt
Der Name führt in die Irre: Mit Kürbissen hat der Kürbis in Wies nichts zu tun. Er ist eine Kulturinitiative - Theater, Literatur, Musik, bildende Kunst -, und er arbeitet seit fünfzig Jahren in einer Gemeinde mit 4.297 Einwohnern.
Das Erntefest, das man beim Namen erwartet, ist ein anderes: das Predinger Kürbisfest im August, im Norden des Bezirks, nach eigenen Angaben das älteste Kürbisfest Europas. Wer im Terminkalender die Zeile „50 Jahre Kürbis Wies“ für dessen Wieser Ableger hält, sitzt am 16. Oktober in einer Kunstausstellung.
Die Angaben stammen von der Vereinsseite kuerbis.at, aus dem Bericht zum Jubiläum auf MeinBezirk Deutschlandsberg und aus dem Beitrag von ORF Steiermark.
Der 16. Oktober
Zwei Programmpunkte, einer davon frei zugänglich.
Im Rathauspark steht an diesem Tag eine öffentlich zugängliche Ausstellung, die fünfzig Jahre Kulturarbeit zeigt. Sie ist der Teil, für den es keine Einladung braucht - wer zufällig vorbeikommt, kann hineingehen.
Der zweite Teil ist ein Festakt mit künstlerischen Darbietungen im Atelier im Schwimmbad, jener ehemaligen Badeanstalt, die der Verein seit 2012 als Arbeits- und Begegnungsraum nutzt. Uhrzeiten waren im August 2026 nicht veröffentlicht; sie erfragt man am besten direkt im Büro unter +43 664 161 5554 oder kuerbis@kuerbis.at, erreichbar Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr.
Der Ort passt zum Verein
Ein Jubiläum im Rathauspark statt im Festsaal ist keine Verlegenheitslösung. Die Initiative arbeitet seit 2010 mit Kunst im öffentlichen Raum, und ihre Spielstätten sind durchwegs umgenutzte Gebäude - ein Schwimmbad, eine Schlosstenne, ein Pfarrzentrum. Eine Ausstellung im Park liegt auf dieser Linie.
Von der Theatergruppe zum Vierspartenbetrieb
Angefangen hat es 1971 mit Theaterarbeit im Umfeld der Landjugend Wies. Gründungsmitglied Karl Posch beschreibt gegenüber dem ORF den Anfang als junge Leute, die fürs Theater brannten und mit revolutionärem Straßentheater und Kabarett begannen. 1976 wurde daraus ein Verein, mit dem Ziel, das Theaterspielen auf halbprofessionelles Niveau zu heben.
| Jahr | Schritt |
|---|---|
| 1971 | Theatergruppe im Umfeld der Landjugend Wies |
| 1976 | Vereinsgründung |
| 1987 | Ausbau zum Mehrspartenbetrieb: Lesungen, Konzerte, Ausstellungen, Stipendien |
| 1989 | Verlag Edition Kürbis, seither jährlich ein Writer in Residence |
| 1998 | Plattenlabel pumpkin records |
| 2010 | Erste Projekte als Kunst im öffentlichen Raum |
| 2012 | Artist-in-Residence für bildende Kunst im Atelier im Schwimmbad |
| 2019 | Regelmäßige Ausstellungen in der Galerie im Pfarrzentrum |
Drei Auszeichnungen dokumentieren, dass die Arbeit über den Bezirk hinaus wahrgenommen wird: 2002 der Volkskulturpreis des Landes Steiermark, 2015 der Österreichische Kunstpreis in der Kategorie Kulturinitiativen - eine Bundesauszeichnung - und 2021 der erste Platz bei „Räume der Kulturellen Begegnung“ des Steirischen Volksbildungswerks.
Prägend für die überregionale Wahrnehmung war Wolfgang Pollanz, seit 1987 Programmmacher und Gründer der Edition Kürbis. Der Ausbau vom Theaterverein zum Mehrspartenbetrieb, sagt er, habe der Initiative diesen Status erst verschafft.
Die vier Sparten und ihre Häuser
Zum Jubiläumsjahr wurde der Vorstand verkleinert und je eine Programmleitung eingesetzt.
| Sparte | Programmleitung | Marke |
|---|---|---|
| Theater | Melina Schuster | Theater im Kürbis |
| Literatur | Wolfgang Pollanz | Edition Kürbis |
| Musik | Gabriel Schmidt | pumpkin records |
| Bildende Kunst | Katharina Sieghartsleitner | Atelier und Galerie |
Bespielt werden vier Orte in und um Wies: das Theater im Kürbis, die Schlosstenne Burgstall, das Atelier im Schwimmbad und die Galerie im Pfarrzentrum. Ein Verlag und ein Plattenlabel kommen dazu - ungewöhnlich für einen Kulturverein auf dem Land, wo sonst der Saal die einzige Infrastruktur ist.
Der Kürbis gehört außerdem zu den 16 Häusern, die im Mai gemeinsam die Kunst-Kultur-Tage „schillern“ tragen. Sein Beitrag 2026 war die Textcollage „Wo die Kanonen blüh’n“.
Das Jubiläumsjahr 2026
Das 50-Jahr-Programm verteilt sich über das ganze Jahr, nicht auf ein Festwochenende.
Bereits gelaufen: am 27. März eine Lesung mit Musik von Daniela Kocmut und Mario Huber, am 15. Mai die Präsentation der Fußball-Anthologie „Schwalbenkönig und Blutgrätsche“ mit DJ-Programm und am 31. Mai die Theatercollage „Wo die Kanonen blüh’n“, mit der die Theatersparte ins Jahr startete. Auf sie folgte das Sommertheater.
Noch offen: Bis 27. September läuft die Ausstellung „Ich decke meine Monster zu“ von Helene Payrhuber, die am 21. Juni begonnen hat. Am 4. September gibt es einen DJ-Workshop für Mädchen, am 25. September eine Lesung mit Musik von Kurt Palm - nach Angabe des Vereins dessen letzte Lesung im Herbstprogramm. Im Herbst folgt Yasmina Rezas „James Brown trug Lockenwickler“ im Theater. Die Konzertreihe „Schwimmbadrauschen“ bringt The Zew und Tiger Family ins Atelier im Schwimmbad, dazu erscheinen neue Veröffentlichungen auf pumpkin records.
Für die Planung wichtig: Der Verein macht von 25. Juli bis 23. August Sommerpause. Wer in dieser Zeit in Wies ist, findet in der Region anderes - etwa das Open-Air-Theater im Stieglerhaus ab 19. August. Der aktuelle Stand steht auf kuerbis.at.
Anreise und Besuch
Das Büro liegt am Oberen Markt 3 in Wies, wenige Schritte vom Rathauspark. Wies hat zwei Bahnstationen.
Mit der Bahn: Die S6 fährt stündlich ab Graz Hauptbahnhof und hält nach 61 Minuten in Wies Markt, die Endstation Wies-Eibiswald erreicht sie nach 63 Minuten. Für den Ortskern ist Wies Markt die richtige Station. Fahrzeiten stehen unter Anreise.
Mit dem Auto: Über die A2 bis Lieboch, dann auf der B76 nach Süden durch Deutschlandsberg.
Übernachten und drumherum: Quartiere im oberen Sulmtal führt die Übersicht unter Unterkünfte. Wies ist außerdem eine der drei Gemeinden des Schilcherfrühlings Ende Mai.
Weiter im Kulturkalender
Was rund um das Jubiläum sonst noch stattfindet.