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Bezirk Voitsberg

Ligist

Hier beginnt die Schilcherweinstraße. Ligist ist damit der einzige Ort im Bezirk Voitsberg, an dem die Bergbaugeschichte des Nordens und die Weinlandschaft des Südens aufeinandertreffen.

Zuletzt aktualisiert: August 2026
Redaktion: Redaktion Weststeiermark
Schmale Landstraße windet sich durch Weingärten einen Hang hinauf
Hier beginnt die Schilcherweinstraße und windet sich durch die Weingärten nach Süden. Symbolbild.

Mit 3.232 Einwohnern auf 34,6 Quadratkilometern ist Ligist ländlich geprägt: 93 Menschen je Quadratkilometer, gut ein Viertel der Dichte von Voitsberg und nah am Bezirksschnitt von 75.

Das Gemeindeamt liegt auf 387 Metern Seehöhe. An der Bahn ist Ligist die Station vor Voitsberg, von Graz aus gesehen - der Ort liegt also zwischen der Landeshauptstadt und der Bezirkshauptstadt. Nach Norden steigt das Gelände zur Kohlelandschaft an, nach Süden geht es in die Hügel des Schilcherlands über.

Diese Lage macht den Ort für Besucher interessant. Wer die Weinstraße von oben nach unten fährt, startet hier - und hat in einer halben Stunde Fahrt sowohl Presshäuser als auch Bergbau-Gedenkstätten erreicht.

Der Anfang der Weinstraße

Von hier sind es rund 57 Kilometer Fahrstrecke bis Eibiswald.

Die Schilcherweinstraße beginnt in Ligist und endet in Eibiswald. Die reine Fahrstrecke misst rund 57 Kilometer, der parallel geführte Schilcherweinwanderweg etwa 65. Unterwegs liegen Stainz und, am anderen Ende, Eibiswald. Viele Betriebe im Gemeindegebiet bauen den Blauen Wildbacher an und keltern daraus Schilcher.

Bemerkenswert an der Lage ist, dass der Weinbau nicht an der Bezirksgrenze endet. Die Route folgt den Hängen, nicht der Verwaltung - deshalb liegt ihr nördlicher Ausgangspunkt im Bezirk Voitsberg, während der Großteil der Strecke durch den Bezirk Deutschlandsberg führt.

Alle sechs Etappen, die Längenfrage und die Betriebe entlang der Route stehen auf der Seite zur Schilcherweinstraße.

Markt seit 1464

Im Jahr 1464 erhob Kaiser Friedrich III. den Ort, damals Lubgast genannt, zum Markt. Besiedelt war die Gegend lange davor: Ein rekonstruiertes Keltenhaus am Dietenberg zeigt die Lebensweise von vor 2.000 Jahren, dazu gehört ein urgeschichtlicher Wanderweg.

Die Pfarre St. Katharina ist über 700 Jahre alt, ihre Erweiterung wurde 1473 geweiht - neun Jahre nach der Markterhebung. Schloss Ligist steht seit 1928 im Besitz des Souveränen Malteser Ritterordens.

Ein eigenes Kapitel ist die Eisenverarbeitung: Um 1600 wurden entlang des Ligistbaches Hammerwerke errichtet. Das letzte wurde vor rund drei Jahrzehnten stillgelegt; das Hammerwerk Roob steht unter Schutz und ist erhalten.

Was es zu sehen gibt

Das Museum Ligist im Schmiedhiaslhammer öffnet jeden ersten Sonntag im Monat von 10 bis 12 Uhr - eine schmale Zeitspanne, die man beim Planen berücksichtigen sollte.

Über den Ort verteilt stehen mehrere Kleindenkmäler mit belegten Jahreszahlen: die Pestsäule, ein Nischenbildstock von 1720, 1964 mit Fresken versehen; die Grabenwarther Kapelle von 1834 in barocker Tradition, mit einem Altar von 1625; die Huberkapelle von 1873; die Wieskapelle, 1964 von Alfred Schlosser gestaltet, mit einem Reliefstein von 1626. Vom selben Bildhauer stammt der Brunnen am Marktplatz aus dem Jahr 1992.

Eine Rarität ist der Taubenkobel aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das Freibad wurde 1939 von Franz und Maria Posch eröffnet und 1996/97 samt Freizeitanlage erneuert.

Die vollständige Aufstellung mit allen Angaben führt die Marktgemeinde Ligist.

Anreise

Die Linie S7 hält in Krottendorf-Ligist. Ab Graz Hauptbahnhof dauert die Fahrt dorthin rund 36 Minuten - Ligist ist damit von Graz aus schneller erreichbar als Voitsberg oder Köflach, weil die Station davor liegt.

Wer von Ligist aus die Weinstraße nach Süden nimmt, verlässt allerdings das Bahnnetz. Für diesen Teil braucht es Auto, Rad oder die Regionalbusse. Maßgeblich ist der Fahrplan 2025/2026 der GKB.

Gemeindeamt

Marktgemeinde Ligist

Adresse: Ligist 22, 8563 Ligist

Telefon: +43 3143 2229-0

E-Mail: gde@ligist.gv.at

Parteienverkehr: Mo bis Fr 8 bis 12 Uhr; Di und Do zusätzlich 15 bis 18 Uhr

Die Einwohner- und Flächenangaben auf dieser Seite stammen aus dem Gemeindedatenblatt der Landesstatistik Steiermark, Stand 1. Jänner 2025. Zur Ortsgeschichte gibt es eine Chronik der Marktgemeinde.